Thüringen-Rundfahrt der Frauen 2008
Schweizerin gibt Fersengeld und gewinnt Gelb, 24.07.2008
Priska Doppmann vom Team Cervelo Lifeforce gewinnt die 2. Etappe rund um Gera mit 16 Sekunden vor der Cottbusserin Angela Hennig - Judith Arndt im Pech: Sturz verhindert, aber 26 Sekunden eingebüßt.
Das war kein Tag der Deutschen. Und auch keiner für die anderen Olympiakandidatinnen im Feld der 90 Fahrerinnen aus 17 Ländern. Bis auf Priska Doppmann. Mit einem Husarenstreich hat die 37-jährige Schweizerin aus Immensee am Mittwoch auf der 2. Etappe der Thüringen-Rundfahrt nicht nur allen jüngeren Rivalinnen und der gesamten hochkarätigen Konkurrenz das Hinterrad gezeigt, sondern auch der Cottbusserin Angela Hennig das Gelbe Trikot Trikot entrissen.
Der zähen Schweizerin, die 2005 die Tour de France der Frauen gewonnen hatte, genügten einige Sekunden der Unentschlossenheit im Spitzenfeld, um 18 Kilometer vor den Toren Geras die Flucht zu ergreifen und ehe sich die Verfolgerinnen einig waren, hatte die Ausreißerin einen Vorsprung von 30 Sekunden herausgefahren. Den verteidigte die Berufsfahrerin vom Team Cervelo Lifeforce mit zusammengebissenen Zähnen und rettete nach 111,2 Kilometern rund um Gera und einer Fahrzeit von Fahrzeit von 2:47:51 Minuten einen Vorsprung von 16 Sekunden.
Die bisherige Trägerin des gelben Trikots, Angela Hennig, gewann zwar am Geraer Markt den Spurt um den zweiten Platz vor der Norwegerin Anita Valen-de Vries und der Schwedin Emma Johansson, büsste aber inklusive aller Gutschriften 17 Sekunden ein und liegt nun neun Sekunden hinter der Tagessiegerin zurück. 300 Meter vor dem Ziel hatte Judith Arndt noch die Verfolgerinnen angeführt, doch versteuerte sich die Exweltmeisterin aus Leipzig in der Zielkurve, landete in einer Nebenstraße und mit einem Rückstand von 26 Sekunden nur auf dem 63. Rang. Im weit auseinander gezogenen Feld erspurtete Sarah Düster aus Wangen als beste Deutsche den fünften Rang.
Unterwegs waren die „Hausherrinnen“ immer im Bilde gewesen. Nach 35 Kilometern hatte sich beim Anstieg zur 2. Bergwertung in Eisenberg eine elfköpfige Spitzengruppe gebildet, in der mit Judith Arndt und Hanka Kupfernagel zwei deutsche Olympiastarterinnen sowie der Italienerin Cantele, der US-Amerikanerin Thorburn und der Niederländerin de Goede weitere Favoritinnen vertreten waren. Doch nachdem der Vorsprung der Gruppe von aussichtsreichen 1:10 Minuten in Bad Köstritz auf den nächsten 20 Kilometern rapide dahin geschmolzen war und die Ausreißerinnen bei Pölzig gestellt wurden, herrschte erst einmal Ruhe im Feld.
Bis sich die Schweizerin ein Herz fasste und einer kurvigen Steigung die Flucht ergriff.
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„Im Spurt habe ich gegen die guten Sprinterinnen im Feld keine Chance“, erklärte Priska Doppmann im Ziel, „deshalb musste ich mein Glück mit einem Solo versuchen. Und als man im Feld einen Moment zauderte, habe ich Gas gegeben. Bis kurz vor Gera habe ich gedacht, wenn die sich da hinten einig sind, kriegen sie dich doch noch. Doch heute hat es eben mal geklappt“.
Die 3. Etappe führt am Donnerstag über 104,7 km rund um Greiz.
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