Olympische Winterspiele 2010
„Das ist wie Weihnachten“, 19.01.2010
Noch bis zum 5. Februar werden im Fliegerhorst in Erding die deutschen Olympioniken eingekleidet. In einer großen Turnhalle erhalten die Sportler an zwölf Stationen rund 60 Kleidungsstücke, Schuhe, Taschen und Accessoires für die am 12. Februar beginnenden Spiele. „Das ist wie Weihnachten“, erzählt die Shorttrackerin Aika Klein als sie am Stand von Bauerfeind Kompressionsstrümpfe bekommt.
Traditionell unterstützt die Bundeswehr den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bei der logistischen Aufgabe, alle nominierten Athletinnen und Athleten sowie die Betreuer einzukleiden. In Erding sind 40 Soldaten unermüdlich dabei behilflich, die passenden Kleidungsstücke herauszusuchen, Hosen, Jacken und T-Shirts auszugeben oder mal eben den Schuhlöffel zu reichen. Was nicht passt, wird passend gemacht: Eine Schneiderin ist vor Ort, um Änderungen vorzunehmen. Nach eineinhalb bis zwei Stunden verlassen die Olympioniken bestens ausgerüstet die Einkleidungshalle. Ihre Habe transportieren sie auf einem großen Einkaufswagen. Die Sportler sehen zufrieden aus: Mit der offiziellen Mannschaftskleidung im Gepäck stellt sich endgültig das Gefühl ein, wirklich zum deutschen Olympiateam zu gehören.
Insgesamt werden etwa 150 Athleten und etwa 200 Betreuer zu den Winterspielen nach Vancouver fliegen. Von Bauerfeind gibt es für den Flug medizinische Kompressionstrümpfe. Dafür werden die Beine der Athleten, die bisher noch kein Paar haben, in Erding von Bauerfeind-Mitarbeitern vermessen und die passenden Strümpfe herausgesucht. Den meisten Sportlern ist der Umgang mit Kompressionsstrümpfen aus dem thüringischen Zeulenroda vertraut. Eisschnellläufer Marco Weber hat seine sogar an. Schließlich saß er stundenlang im Auto und wollte verhindern, dass das Blut in seinen Beinen sprichwörtlich versackt. Wer jedoch – wie zum Beispiel Curlerin Melanie Robillard – das erste Mal an Olympischen Spielen teilnimmt, bekommt erklärt, was die Strümpfe bewirken und wie sie angezogen werden.
„Die Einkleidung, das ist wie Weihnachten“, erzählt Aika Klein als sie mit voll bepackten Einkaufswagen an Station 11 bei Bauerfeind ankommt. Die 27-jährige Shorttrackerin hat nach 2002 und 2006 bereits zum dritten Mal die Qualifikation für Olympische Winterspiele geschafft. Sie lässt sich – genau wie die anderen Sportler – gern von der freudigen „Jetzt–geht´s-los-Stimmung“, die in Erding herrscht, anstecken.
Der Fliegerhorst Erding war 2006 erstmals Einkleidungsort und brachte prompt Glück: Bei den vergangenen Winterspielen in Turin stellten die Deutschen mit elf Gold-, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen die erfolgreichste Nation. "Es wird nicht einfach, aber wir wollen Platz eins verteidigen", gibt Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), den Sportlern mit auf den Weg.

