Bauerfeind AG


Thüringen-Rundfahrt der Frauen 2008

Erneuter Führungswechsel in Greiz, 25.07.2008

Von Taktieren kann keine Rede sein. Die drei schwierigsten Etappen der 21. Thüringen-Tour stehen noch bevor, und die Favoritinnen attackieren bereits gnadenlos. Auf der gestrigen Runde um Greiz sorgte mit Noemi Cantele eine Italienerin für Furore, die zweifellos zu den Anwärterinnen auf den Gesamtsieg zählt.
Die 25-jährige Kapitänsfrau vom Cycling Team Bigla scheint die Achterbahnen in Ostthüringen zu lieben. Nachdem die hübsche Toskanerin bereits im vorigen Jahr auf der Königsetappe für Aufsehen gesorgt hatte, war sie gestern auf dem Weg in die vogtländische Residenzstadt die Hauptdarstellerin der 3. Etappe.

Eingangs der 18 Kilometer langen Schlussrunde um Greiz setzte sich die mutige Italienerin an der 3. Bergwertung aus einer Spitzengruppe ab, fuhr bis zur Ziellinie am Westernhagen-Platz noch einen Vorsprung von 47 Sekunden heraus und beendete die 104,7 km lange Etappe nach 2:57:34 Stunden als überlegene Tagessiegerin. Freudestrahlend ließ sie sich bei der Siegehrung auch noch das Gelbe Trikot überstreifen, das sie Priska Doppmann abgejagt hatte. Die 37-jährige Schweizerin vom Cervelo-Team hatte wohl nach ihrem Solo am Vortag noch schwere Beine und erreichte mit einem Rückstand von 2:21 Minuten das Ziel als 24. im Hauptfeld.


Dahinter ging es spannend zu. Im Spurt der Verfolgerinnen behaupteten sich mit der Schwedin Emma Johansson, der US-Amerikanerin Kimberly Anderson und der Italienerin Martina Corazza drei vorherige Weggefährtinnen auf den nächsten Plätzen. Dahinter krönten mit der Leipziger Judith Arndt und der Cottbusserin Trixi Worrack zeitgleich zwei deutsche Olympiastarterinnen eine grandiose Aufholjagd mit den Rängen 6 und 8 und lieferten möglicherweise einen Vorgeschmack auf das Straßeneinzelrennen am 10. August in Peking. Die kleine große Kämpferin Trixi führte fast pausenlos und zog die Exweltmeisterin in ihrem Schlepptau an die Spitze heran. Hanka Kupfernagel hatte es nicht ganz so eilig: Die Zeitfahrweltmeisterin aus Thüringen, die offenbar noch Kräfte für das Zeitfahren in Schmölln und die Finalrunde über den „Hanka-Berg“ aufsparen will, begnügte sich mit einem Platz im Hauptfeld.

Die Vorentscheidung des Tages hatte sich bereits nach 45 Kilometern bei der zweiten Bergwertung in Tremnitz angebahnt, als sich eine achtköpfige Spitzengruppe mit der späteren Siegerin, den Schweizerinnen Karin und Andrea Thürig, der Australierin Carla Ryan, der bärenstarken starken Schwedin Emma Johansson sowie den US-Amerikanerin Kimberly Anderson und Katharine Carroll bildete, die im ständigen Auf und Ab der Vogtland-Höhen schnell einen Vorsprung von 1:35 Minuten herausfuhr und erst im Endkampf vor den Toren von Greiz durch den Antritt der Italienerin gesprengt wurde.

„Auf den ersten zwei Etappen sind alle meine Versuche gescheitert, vom Feld wegzukommen“, strahlte Noemi Cantele bei der Siegerehrung, „aber jedes Mal haben mich die Deutschen eingefangen. Als heute Trixi Worrack mit einer Attacke gescheitert war, habe ich kurz danach gekontert. Gottseidank bin ich durchgekommen, denn Trixi kam schon wieder von hinten herangejagt. Einmal musste es ja klappen“.

Die 4. Etappe führt am Freitag über 125,2 km rund um Schleiz.

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