Bauerfeind AG


Olympische Sommerspiele 2008

Medizinische Zentrale hält engen Kontakt zur Service-Station, 13.08.2008

Prof. Dr. Wilfried Kindermann ist ein gefragter Mann. Lange nach der DOSB-Pressekonferenz belagern ihn Journalisten. Der Leitende Mannschaftsarzt beantwortet geduldig Fragen nach dem Gesundheitszustand einzelner Athleten, spricht über Doping oder den Einfluss der feuchten Wärme auf die Leistungsfähigkeit. Ehe er das Deutsche Haus verlässt, besucht der 67-Jährige die Bauerfeind Service-Station.

Seit München 1972 ist Kindermann als Arzt bei Olympischen Spielen für die deutschen Teilnehmer im Einsatz – in Peking hat er zum dritten Mal das Amt als Leitender Mannschaftsarzt inne. Prof. Kindermann und sein Team betreuen die komplette deutsche Mannschaft, das heißt konkret 436 Athleten und ca. 300 Trainer, Betreuer und Funktionäre.

Herr Professor Kindermann, mit wie vielen Ärzten und Physiotherapeuten sind Sie in Peking vor Ort und wie viele waren es bei Ihren ersten Spielen 1972?
Das ist natürlich nicht zu vergleichen. In München waren wir eine handvoll Ärzte. Hier in China sind wir während der Spiele insgesamt mit 29 Ärzten und 40 Physiotherapeuten vertreten. Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass einige auf Wechselakkreditierungen hier sind, also Person A ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt da, fährt zurück und die Akkreditierung wird von Person B übernommen. Das heißt, die Zahl der permanent anwesenden Ärzte und Physiotherapeuten ist weniger als 69.

Ist die Relation zu den Athleten bei den Deutschen besonders hoch?
Damit sind wir keine Ausnahme. Das ist bei anderen Mannschaften ähnlich – beziehungsweise die Anzahl der Ärzte ist in Relation zur Anzahl der Mannschaftsmitglieder sogar größer.

Wie ist die Versorgung organisiert?
Es gibt im Olympischen Dorf zum einen die medizinische Zentrale der deutschen Mannschaft. Da haben wir unsere Räume, die wie eine allgemeinmedizinische Praxis eingerichtet sind. Zum anderen sitzen in den Quartieren der einzelnen Teil-Mannschaften wiederum die Verbandsärzte und ein oder zwei Physiotherapeuten, die dann nur die Athleten ihrer Sportart zu betreuen haben. Wenn sie bestimmte diagnostische Dinge dann nicht machen können, kommen sie in die Zentrale. Die fünf, sechs Sportarten ohne eigenen Verbandsarzt, wie zum Beispiel die Fechter, versorgt ebenfalls die Zentrale und betreut sie auch an den Trainings- und Wettkampfstätten. Außerdem kümmern wir uns auch um die rund 300 Offiziellen, Trainer und Betreuer der deutschen Mannschaft.

Wie ist diese Zentrale eingerichtet?
Sie müssen sich das vorstellen wie eine allgemeinmedizinische Praxis, in der man neben der Untersuchung des Patienten auch wichtige apparative Untersuchungen machen kann wie EKG, Lungenfunktionsprüfung, Ultraschall Herz und Bauch sowie orthopädischen Ultraschall. Und in die medizinische Abteilung integriert ist die gesamte Physiotherapie.

Welche Rolle spielt in diesem System Bauerfeind mit der Service-Station im Deutschen Haus?
Wenn es um orthopädietechnische Fragen geht, besteht ein enger Kontakt zu Bauerfeind. Das betrifft vor allem die Physiotherapeuten und die orthopädisch tätigen Ärzte, weil da natürlich die Produkte von Bauerfeind am ehesten gebraucht werden. In Athen 2004 war die Zusammenarbeit schon hervorragend. Für Peking hat Bauerfeind seinen Service sogar ausgeweitet. Ich habe gemerkt: Die medizinischen Kompressionsstrümpfe werden sehr stark in Anspruch genommen und von den Athleten für die Flugreisen genutzt.

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