Olympische Sommerspiele 2008
Autogramm für die Silbermedaillen-Gewinnerin, 18.08.2008
Die eine fühlte sich mit der Silbermedaille wie eine Gewinnerin: Ruderin Christiane Huth verpasste bei ihrer zweiten Teilnahme an Olympischen Spielen knapp Gold – mit Annekatrin Thiele erlebte sie im Doppelzweier ein Herzschlagfinale. Für die andere verlief Olympia erneut enttäuschend: Ringerin Anita Schätzle verletzte sich im Kampf – wie 2004. Beide trafen sich in der Bauerfeind Service-Station.
Nach Dopingkontrolle, Pressekonferenz und Interview bei Johannes B. Kerner kam Christiane Huth noch am Abend ihres Medaillengewinns ins Deutsche Haus. Die gebürtige Suhlerin besuchte hier auch das Bauerfeind Versorgungsteam, das ihr Fotofinish am Fernsehen verfolgt hatte. „Wir haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren. Die Neuseeländerinnen hatten einfach die größere Endgeschwindigkeit“, erzählte die 27-Jährige, die seit 1994 in Potsdam lebt. Die Ruderin zeigte überglücklich ihre Medaille, berichtete von dem um eine Hundertstelsekunde verlorenen Rennen und vereinbarte für den nächsten Tag gleich einen Versorgungstermin. Christiane Huth nimmt den orthopädietechnischen Service von Bauerfeind seit Athen 2004 in Anspruch, wo sie als Ersatzfahrerin ihre ersten Spiele erlebte. Sie absolviert jährlich etwa 5000 Trainingskilometer im Ruderboot, davon bis zu 4000 Kilometer allein. Seit April 2008 fährt sie mit Kollegin Annekatrin Thiele im Doppelzweier. Christiane Huth wurde in Peking für alle Mühen und Qualen der vergangenen vier Jahre mit Silber belohnt.
Als die Ruderin 24 Stunden später zur Fußdruckmessung in die Service-Station kam, traf sie eine gefasste Ringerin Anita Schätzle. Die 26-jährige Schwarzwälderin erhielt gerade ein wenig Zuspruch von Sport-Physiotherapeut Heinz Marnette. Anita Schätzle betreibt ihren Sport seit 18 Jahren, kämpft in der Weltspitze. Doch bei Olympischen Spielen klappt es einfach nicht für die Sportsoldatin. 2004 erlitt sie im ersten Kampf einen Kreuzbandriss. In Peking verletzte sie sich im zweiten Kampf an der Rippe: Anita Schätzle lag in Führung, als sie sich bei der ersten Aktion zu Beginn der 3. Runde einen schmerzhaften Knorpelabriss zuzog. Aus der Traum von olympischem Edelmetall – und kein schönes Ende einer langen und erfolgreichen internationalen Karriere. „Für mich stand schon vorher fest, dass ich nach Peking aufhöre“, sagte die Ringerin. Sie beginnt ab 1. September eine Ausbildung zur Sport- und Fitness-Kauffrau.
Die Ruderin und die Ringerin kannten sich bis Peking nicht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Wege noch einmal kreuzen, ist eher gering. Aber die Silbermedaillengewinnerin wird sich immer an die Ringerin erinnern, denn sie holte sich ein Autogramm: Anita Schätzle signierte Christiane Huths Broschüre, in der alle Mitglieder der deutschen Mannschaft mit Foto und Kurzvita aufgeführt sind.
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