Bauerfeind AG


Knowhow der Fachhochschule Münster in Peking

"Für die Sportler da sein", 21.05.2008

In zweieinhalb Monaten beginnen die Olympischen Sommerspiele – und eine Absolventin der FH Münster fliegt für die Bauerfeind AG nach China: Katja Speth, Dipl.-Ing. für Technische Orthopädie, ist drei Wochen lang im Peking-Einsatz. Im Verletzungsfall versorgt sie gemeinsam mit dem orthopädietechnischen Serviceteam von Bauerfeind deutsche Olympioniken mit medizinischen Hilfsmitteln wie Bandagen und Einlagen.

Der Arbeitsplatz von Katja Speth und ihren drei Kollegen befindet sich direkt im Deutschen Haus, dem Treffpunkt von Athleten, Sportfunktionären, Sponsoren und Journalisten. Hier richtet die Bauerfeind AG ihre orthopädietechnische Service-Station ein: Bandagen, Orthesen, orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe gehören genauso zum Equipment wie moderne Messtechnik. „Wir werden alles dabeihaben, um den Sportlern bei Verletzungen sehr gut helfen zu können oder sie prophylaktisch mit unseren Hilfsmitteln auszustatten“, erklärt Katja Speth. Ihr Beruf führt sie bereits zum zweiten Mal zu Olympischen Spielen.

Die 29-Jährige ist die erste Absolventin des 2002 eingeführten Studiengangs Technische Orthopädie an der Fachhochschule Münster. Das Studium schloss die Diplom-Ingenieurin Ende 2005 mit „sehr gut“ ab und begann gleich 2006 bei der Bauerfeind AG, wo sie heute unter anderem an der Entwicklung von neuen Produkten mitarbeitet. „Der Kontakt zu Bauerfeind entstand während des Studiums durch ein Praktikum“, erzählt Katja Speth. Bauerfeind, ein mittelständisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Zeulenroda/Thüringen, finanziert seit 2002 die Stiftungsprofessur Biomechanik am Fachbereich Physikalische Technik und fördert damit wissenschaftliche Nachwuchskräfte wie Katja Speth. Die Münsteranerin kam bei Bauerfeind dann am Sport nicht mehr vorbei. Denn der Hilfsmittelhersteller ist seit 2001 offizieller Ausstatter der deutschen Olympiamannschaften. Schon 2006 gehörte Katja Speth zum Team „Medical Technical Support“, das für die Sportlerversorgung nach Turin fuhr – und hatte gleich einen Spezialauftrag: Sie fertigte den deutschen Rodlern Bleiwesten nach Maß, mit denen die Sportler Gewichtsunterschiede ausgleichen. „Es gibt nicht Schöneres als festzustellen, dass es funktioniert“, berichtet die gelernte Orthopädietechnikerin, die gern mit den Athleten zusammenarbeitet. „Sportler können sehr gut in sich hineinhören, haben ein hervorragendes Körpergefühl und geben uns immer präzise Rückmeldungen zu den Produkten.“ Diese Erkenntnisse aus der Sportlerversorgung fließen permanent in die Entwicklung und Optimierung der Bauerfeind Produkte ein, die übrigens für jedermann im Sanitätshaus erhältlich sind.

Bis zum Abflug nach Peking gibt es noch jede Menge zu tun für Katja Speth und das Bauerfeind Versorgungsteam. Bis Ende Mai werden alle Materialien für die orthopädietechnische Service-Station auf Paletten verpackt und nach China verschickt. Außerdem stattet Bauerfeind die gesamte deutsche Olympiamannschaft mit Kompressionsstrümpfen für den langen Flug aus. Jeder der rund 450 Sportler muss dazu vermessen werden. Und da es für athletische Beine nicht immer Produkte „von der Stange“ gibt, wird ein Großteil der Strümpfe anhand dieser Daten sogar maßgefertigt. Die Olympioniken nehmen diesen Service gern an. Denn dank der Kompressionsstrümpfe sind ihre Beine nach dem Flug leichter, schmerzen weniger, und sie können schneller wieder ins Training einsteigen. Und nicht zuletzt wirken medizinische Kompressionsstrümpfe auch der gefürchteten Reisethrombose entgegen.
„Es ist ein gutes Gefühl, an einem so wichtigen Punkt ihrer Karriere für die Sportler da zu sein und im Notfall auch helfen zu können“, freut sich Katja Speth auf ihre Aufgabe in Peking.

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