Auch im Sport gilt: Der Erfolg hat viele Väter, 22.02.2006
„Heute Morgen war es schon ein bisschen mehr Gold als gestern Abend.“ Sandra Kiriasis realisiert langsam, welcher Coup ihr und Anschieberin Anja Schneiderheinze da gelungen ist: das erste Gold für einen deutschen Frauen-Bob. Und das trotz eines ziemlich großen Patzers in der Kurve elf des Eiskanals von Cesana Pariol.
Bis weit in die Nacht feierten die Goldmädels im Deutschen Haus und im Kufenstüberl gemeinsam mit den Herren der goldenen Biathlon-Staffel und Kombinierer Georg Hettich, der nun auch eine Bronzemedaille mit nach Hause nehmen kann, ihren Erfolg. Nach einer recht kleinen Mütze Schlaf im Quartier in Cesana saßen Sandra, Anja und Trainer Wolfgang Hoppe dann wieder in der 10-Uhr-Pressekonferenz aus Sestriere.
Schon in Salt Lake City hatte Sandra Kiriasis auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt, vier Jahre später, steht sie bei Olympia auf dem Treppchen – und auch noch ganz oben. „Das ist ein Kindheitstraum, der da wahr geworden ist“, beschreibt sie ihre Gefühle. Die sportliche Karriere der Sandra Kiriasis war eigentlich schon vorbei – „und jetzt: Das ist mein Ding!“
Und was ist Anja Schneiderheinzes Ding? Die Co-Pilotin muss nicht lange nachdenken: „Hinten schnell laufen“, sagt sie und lacht. Und gibt zu, schon ziemlich intensiv über den Ausrutscher von Mannschaftskollege Kevin Kuske (Zweier-Bob André Lange) nachgedacht zu haben und den eigenen Startablauf immer wieder durchgegangen zu sein. Offensichtlich mit Erfolg. Es hat alles gepasst!
Der Trainer leidet während des Wettkampfs mit den Athleten – und meist mehr als sie. So ergeht es auch Wolfgang Hoppe, wenn er an der Bahn steht. „Du kannst ja nicht mehr eingreifen“, stellt er fest. Die Goldmedaille haben Sandra und Anja ganz allein geholt. Aber auf dem Weg an die Weltspitze haben viele Menschen sie begleitet. „Es ist die Leistung aller“, sagt Hoppe, die der Techniker ebenso wie die der Heimtrainer.
Und auch die Mannschaftsärzte und Physiotherapeuten haben ihren Anteil an der Leistung der Athleten. Oft mehr als man tatsächlich sieht. Das orthopädietechnische Versorgungsteam von Bauerfeind unterstützt die Athletenversorgung in Turin – ebenfalls oft mehr als man tatsächlich sieht. Denn das Serviceangebot gilt nicht nur für das Deutsche Haus, sondern auch für die Wettkampforte. Und so machte sich das Versorgungsteam zum wiederholten Male mit der benötigten Auswahl an Bandagen und Orthesen auf den – nicht unbeschwerlichen – Weg nach Turin und unterstützte dort den Mannschaftsarzt der deutschen Eisschnellläufer bei einer Versorgung.
