Bauerfeind AG


Georg Hackl übergibt Staffelstab an Rodelnachwuchs, 13.02.2006

Freude und Enttäuschung lagen am ersten Wettkampfwochenende in Turin, Pragelato, Cesana und den anderen Austragungsorten der XX. Olympischen Winterspiele eng beieinander.

Riesiger Jubel herrschte in Sestriere und sicher auch an den Bildschirmen zu Hause, als Michi Greis (Biathlon) und Georg Hettich (Nordische Kombination) zu olympischem Gold liefen bzw. flogen. Im Deutschen Haus wurde den beiden Athleten ein begeisterter Empfang bereitet. Bis spät in die Nacht feierten die Teams und am Sonntagmorgen in der Pressekonferenz die Medien ihre Helden. O-Ton Georg Hettich: „Heute Morgen bin ich erstmal ins Wohnzimmer gegangen und hab´ geguckt, ob die Medaille noch da ist.“ War sie.

Bitter war das vorzeitige Aus für Axel Teichmann (Langlauf) und Christian Breuer (Eisschnelllauf). Beide können aus Verletzungsgründen – der eine musste am Oberschenkel operiert werden, der andere erlitt einen Bandscheibenvorfall – nicht an den Start gehen. Für Christian Breuer, der über 1000 und 1500 Meter gemeldet war, werden wohl nun die Youngster aus dem Verfolgungsteam in dieser Woche die Chance erhalten, zusätzlich im Einzelwettbewerb anzutreten. Während der Einkleidung der deutschen Olympiamannschaften in Erding waren sie wegen einer prophylaktischen Versorgung mit Rückenbandagen an Bauerfeind herangetreten. Das orthopädietechnische Serviceteam reagierte schnell und traf sich noch am Rande des Abschlusstrainings in der Erfurter Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle mit den Eisschnellläufern.

Auch die deutschen Rodler nehmen das Serviceangebot von Bauerfeind in Anspruch. In maßgefertigten Bleiwesten gingen David Möller und Jan Eichhorn an den Start. Natürlich waren die Jungs ein bisschen enttäuscht, dass es am Ende keine Medaille gab. Aber die Leistung, die die beiden und auch Rodellegende Georg Hackl im Eiskanal von Cesana Pariol zeigten, war hervorragend. Offenbar hätten andere Nationen deutlich aufgeholt, kommentierte Georg Hackl das Ergebnis des Wettbewerbs. „Wir müssen aufpassen, dass wir da den Anschluss nicht verlieren.“ Angesichts des erfolgreichen Nachwuchses in den eigenen Reihen sollte da niemandem bange sein. Die beiden Thüringer David Möller und Jan Eichhorn haben jetzt die Chance, aus dem Hackelschen Schatten herauszutreten – und gleichzeitig von dem Wissen des bei insgesamt sechs Olympischen Spielen gestarteten Rodlers zu profitieren. Denn Georg Hackl wird dem deutschen Bob- und Schlittenverband als Trainer erhalten bleiben. Im Übrigen freut er sich drauf, auch privat endlich mehr Freiräume zu haben, nicht alle Zeit und Kraft ins Training und die Optimierung des Schlittens stecken zu müssen und auch mal etwas länger mit den Kollegen in gemütlicher Runde sitzen bleiben zu können – so, wie in der Nacht zum Montag im Kufenstüberl. Gegen 5 Uhr soll sich der Hackl Schorsch auf den Weg ins Quartier gemacht haben.

Übrigens geht im Deutschen Haus nicht nur die sportliche Prominenz, sondern auch die gesellschaftliche und politische ein und aus. Gäste am Wochenende waren unter anderen Bundespräsident Horst Köhler, Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung und Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust.

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