Vierer-Bob: Bremser mit Spezialanfertigung am Start, 19.02.2006
Für das orthopädietechnische Versorgungsteam von Bauerfeind gab es auch am zweiten Olympiawochenende keine Verschnaufpause. Unter anderen benötigte ein Bundestrainer des Bob- und Schlittenverbandes, der erst kürzlich am Meniskus operiert worden war, eine leichte Knieorthese. Das Serviceteam nahm ihm den beschwerlichen Weg nach Sestriere ab und besuchte ihn im Quartier der deutschen Bob- und Skeletonfahrer in Cesana. Dort wurde dann die GenuTrain S fachgerecht angepasst.
Den Rat des Anwendungstechnikers suchte anschließend Enrico Kühn, Bremser im Vierer-Bob-Team von René Spies. Nach einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule muss er eine Cervicalstütze, im Volksmund Halskrause, tragen – und das auch unter dem Helm. Da der Bremser während der Fahrt das Kinn aber so weit wie möglich an die Brust drücken muss, ist ihm die Cervicalstütze, die ja eigentlich das Gegenteil bewirken soll, im Weg. Enrico muss den Widerstand der vorn etwa acht Zentimeter hohen Stütze überwinden, zieht automatisch die Schultern hoch und verkrampft. „Das kann uns ein, zwei Zehntel Sekunden kosten“, sagt Teamkamerad Alexander Metzger. Ohne Stütze will Enrico Kühn angesichts der Kräfte, die während der Fahrt auf Kopf und Hals einwirken, aber nicht an den Start gehen. Was also tun? Das Serviceteam hatte eine Idee und der Mannschaftsarzt gab seine Zustimmung: zu einer speziell auf Enricos Bedürfnisse zugeschnittenen Cervicalstütze. Ausgangsmodell war die GloboMedic von Bauerfeind, die im vorderen Bereich sukzessive ausgeschnitten wurde. Der Bremser, der am Sonntag auch gleich seinen Helm zum Medical Service im Deutschen Haus mitbrachte, kontrollierte das Ergebnis laufend – bis alles perfekt passte. Am Dienstag beginnt für das Team Spies im Eiskanal von Cesana das Training. Dann wird sich auch unter realen Bedingungen zeigen, ob Enrico Kühn mit seiner Spezialanfertigung zurecht kommt und es optimal läuft im Vierer-Bob – trotz Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule.
Bereits am Freitag nutzten Curler, Eisschnellläufer und Mitglieder des Short Track-Teams die von Bauerfeind und NOK gemeinsam angebotene „Sprechstunde“ im Olympischen Dorf in Turin. Ob Rückenprobleme oder schmerzende Hand- und Ellbogengelenke – das Bauerfeind Serviceteam half weiter. Das Short Track-Team war darüber hinaus an einer individuellen Einlagenversorgung interessiert. Kein Problem für das Serviceteam, das das erforderliche Equipment, das digitale Fußdruckmesssystem MediLogic, im Gepäck hatte. Anhand der gewonnenen Messdaten werden nun die Einlagen bei Bauerfeind gefertigt und den Athleten zugeschickt.
