Olympische Sommerspiele 2008
Erfolg ist, persönliche Bestzeit zu laufen, 21.08.2008
Sabrina Mockenhaupt konnte nichts für den Medaillenspiegel tun. Die Kölnerin landete bei ihrem zweiten olympischen 10.000 Meter-Lauf auf Rang 13. Doch es war das stärkste Rennen ihrer Karriere und sie lief Bestzeit. „Das war super. Ich bin richtig glücklich“, sagt die Athletin. Ihrer Zimmerkollegin Antje Möldner erging es genauso.
Selbst einige Tage nach dem Rennen stecken Sabrina Mockenhaupt die 10.000 Meter noch in den Knochen. „Ich bin so was von kaputt und auch müde, weil es gestern später wurde“, gesteht die 1,56 Meter kleine Sportsoldatin in der Bauerfeind Service-Station. Zur Entspannung gibt es eine Runde Cappuccino. Dann beschreibt Sabrina Mockenhaupt noch einmal, wie sie ihre alte Bestzeit um fast sieben Sekunden auf 31:14 Minuten verbesserte. „Wir sind zu schnell losgelaufen“, erzählt die 27-Jährige. Die Spitzengruppe des 32 Frauen starken Feldes rannte die ersten Kilometer in jeweils rund drei Minuten. Mockenhaupt ließ sie ziehen und musste allein ihr eigenes Tempo laufen – weit und breit niemand zum „ranhängen“. Als vorn Läuferinnen ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollten, rollte „Mocki“ das Feld von hinten auf. Sie lieferte sich auch ein Duell mit einer Chinesin und das Stadion tobte.
„Ich hätte nie gedacht, bei der starken Konkurrenz 13. zu werden“, freut sich die gebürtige Siegenerin. Sie war erst vor wenigen Monaten zu ihrem ersten Trainer Heinz Weber zurückgekehrt. „Mir hat die Familie gefehlt, das Umfeld, die Freunde“, erklärt Sabrina Mockenhaupt ihren Wechsel. Sie erhöhte das Trainingspensum zuletzt auf rund 170 Kilometer in der Woche und kam so bestens vorbereitet und hoch motiviert nach Peking. Von ihren zweiten Olympischen Spielen bleiben nur gute Erinnerungen. „Das sind super Spiele, hilfsbereite Menschen und das Stadion war genial“, schwärmt sie in höchsten Tönen und fügt lächelnd hinzu. „Aber klar, man hat auch viel mehr Spaß, wenn man erfolgreich ist.“
Die Zeit von Sabrina Mockenhaupt reichte nicht für olympisches Edelmetall. Selbst mit neuem deutschen Rekord wäre sie nicht unter die besten zehn gekommen. „Ich weiß, in Deutschland zählen nur Medaillen. Aber wenn man Bestzeit läuft, hat man nichts falsch gemacht“, lässt sich die Leichtathletin ihre gute Laune nicht verderben. Das gilt im Übrigen auch für Antje Möldner, der Zimmerkollegin von Sabrina Mockenhaupt im Olympischen Dorf. Ihr neuer deutscher Rekord machte die 3.000 Meter Hindernis Läuferin überglücklich – obwohl sie damit als Vorlauf-Siebte den Einzug in den Endlauf verpasste.
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Peking, 21. August 2008
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