Bauerfeind AG


Mit Blei zu Gold

Bauerfeind unterstützt Rennrodler David Möller bei Sekundenjagd, 20.12.2007

Bei diesem Termin ging es um hundertstel Sekunden: Rennrodler David Möller, derzeit führender im Weltcup, ließ sich Anfang der Woche von Katja Speth eine Bleiweste maßschneidern. Die Mitarbeiterin der Bauerfeind AG kümmert sich sonst um die orthopädietechnische Versorgung von Spitzenathleten. Seit den Olympischen Spielen in Turin 2006 profitieren die Rennrodler jedoch auch bei ihrer Wettkampfkleidung vom Know-how des Hilfsmittelherstellers aus dem thüringischen Zeulenroda.

In Turin fuhr David Möller mit der Bleiweste von Bauerfeind auf den fünften Platz. Mit der neuen Weste möchte der 25-Jährige Ende Januar in Oberhof die entscheidenden Zehntel- oder Tausendstelsekunden im Kampf um den Weltmeistertitel herausfahren. Katja Speth, Dipl.-Ing. Technische Orthopädie, kürzte in Oberhof das Bekleidungsstück noch einmal um einige Zentimeter – die Weste soll schließlich gut sitzen und darf beim Rodeln nicht verrutschen.

Das Blei in der Weste dient der Gewichtsregulierung: Den Rennrodlern ist es gestattet, Gewichtsdifferenzen auszugleichen. Vergleichsmaß bei Männern sind 90 Kilogramm; maximal 75 Prozent der Differenz zum eigenen Körpergewicht dürfen mit Blei in der Weste ausgeglichen werden. David Möllers Bleiweste wiegt etwa 1,5 Kilogramm. Und die können das Zünglein an der Waage sein, denn Bruchteile von Sekunden entscheiden im Eiskanal über Sieg oder Niederlage. „Wir hatten in der Vergangenheit immer Bleiwesten, die zu eng saßen, aus zu dickem Material waren. Bauerfeind hat uns eine leichte flexible Weste gegeben. Dadurch haben wir mehr Bewegungsfreiheit, können besser in die Startposition und uns insgesamt auf dem Schlitten besser bewegen“, freut sich David Möller über die Hilfe von Bauerfeind.

Die Bauerfeind AG ist seit 2001 offizieller Ausstatter der deutschen Olympiamannschaften und versorgt während und zwischen den Spielen die deutschen Spitzenathleten mit Bandagen, Orthesen, Einlagen und Kompressionsstrümpfen. Während diese Produkte für jedermann im Sanitätsfachhandel erhältlich sind, bleiben die Bleiwesten eine Spezialanfertigung für die Rennrodler.

Die Männer setzen den Kampf um den Weltcup Anfang des Jahres in Königssee fort. David Möllers Ziel steht fest: Das gelbe Trikot des Weltcup-Führenden will er unbedingt behalten. Fünfzehn Punkte Vorsprung hat er vor seinem härtesten Konkurrenten Olympiasieger Armin Zöggeler aus Italien in die kurze Weihnachtspause retten können. „Man merkt schon, dass Armin langsam nervös wird“, berichtet David Möller, „er merkt, dass wir beim Material mächtig aufgeholt haben“. Immerhin ist der Schalkauer seinem Konkurrenten in dieser Saison schon zwei Mal davongefahren. Ebenfalls zwei Mal hatte Zöggeler den besseren Lauf – ein Kopf-an-Kopf-Rennen das seinen Höhepunkt bei den Weltmeisterschaften Ende Januar im thüringischen Oberhof haben wird.

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